Lexikon · Energie

Was sind Arbeitspreis und Grundpauschale? Einfach erklärt

Der Arbeitspreis ist der Preis je verbrauchter Kilowattstunde Strom oder Gas, die Grundpauschale die fixe Gebühr pro Monat oder Jahr — zusammen der Energiepreis.

Arbeitspreis und Grundpauschale sind die zwei Bausteine des Energiepreises, den Ihr Strom- oder Gaslieferant verrechnet. Der Arbeitspreis wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben und wächst mit Ihrem Verbrauch. Die Grundpauschale (auch Grundpreis) ist ein fixer Betrag pro Monat oder Jahr, der unabhängig davon anfällt, wie viel Sie verbrauchen — selbst eine leerstehende Wohnung kostet damit Grundgebühr.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Zwei Wiener Haushalte vergleichen Stromtarife. Der Single im 30-m²-Apartment verbraucht als Richtwert rund 1.500 kWh im Jahr — für ihn kann ein Tarif mit niedriger Grundpauschale trotz etwas höherem Arbeitspreis günstiger sein. Die vierköpfige Familie im Reihenhaus mit einem Richtwert von rund 4.500 kWh fährt dagegen mit einem niedrigen Arbeitspreis besser, weil fast ihre gesamte Rechnung am Verbrauch hängt. Derselbe Tarif kann für den einen top und für die andere teuer sein.

Warum das für Sie wichtig ist

Lockangebote arbeiten gern mit einem auffällig niedrigen Arbeitspreis, holen sich die Marge aber über eine hohe Grundpauschale zurück — oder umgekehrt. Wer nur auf eine der beiden Zahlen schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen. Rechnen Sie stets die Jahreskosten für Ihren realen Verbrauch (er steht auf der letzten Jahresabrechnung) und berücksichtigen Sie befristete Rabatte nur für ihre tatsächliche Dauer. So wird aus dem Tarifdschungel eine einfache Zahl: Was kostet mich das Jahr wirklich?

Häufige Fragen

Was ist wichtiger beim Tarifvergleich — Arbeitspreis oder Grundpauschale?

Beides zusammen: Bei hohem Verbrauch dominiert der Arbeitspreis, bei niedrigem Verbrauch — etwa in einer Single-Wohnung — fällt die Grundpauschale stärker ins Gewicht. Vergleichen Sie daher immer die Jahresgesamtkosten für Ihren tatsächlichen Verbrauch.

Warum ist meine Stromrechnung höher als Arbeitspreis mal Verbrauch?

Weil die Rechnung aus drei Blöcken besteht: Energiepreis (Arbeitspreis plus Grundpauschale), Netzentgelte des Netzbetreibers sowie Steuern und Abgaben. Nur den Energiepreis-Block können Sie durch einen Lieferantenwechsel direkt beeinflussen.

Woher weiß ich meinen Jahresverbrauch für den Tarifvergleich?

Der Jahresverbrauch in Kilowattstunden steht auf Ihrer letzten Jahresabrechnung bei der Verbrauchsermittlung. Wer einen Smart Meter hat, kann die Werte zusätzlich im Kundenportal des Netzbetreibers abrufen. Rechnen Sie mit diesem echten Wert und nicht mit einem Richtwert, sonst geht der Vergleich an Ihrem Haushalt vorbei.

Was passiert nach dem ersten Jahr mit Neukundenrabatt und Bonus?

Rabatte und Boni gelten oft nur befristet. Danach zahlen Sie Arbeitspreis und Grundpauschale in voller Höhe, ohne dass sich am Vertrag sonst etwas ändert. Notieren Sie sich das Ende der Aktion und rechnen Sie beim Vergleich beide Phasen durch, den Aktionszeitraum und die Zeit danach. Sonst wirkt ein Tarif im ersten Jahr günstig und wird ab dem zweiten teuer.

Fällt die Grundpauschale auch an, wenn die Wohnung leer steht?

Solange ein Liefervertrag auf Ihren Namen läuft, wird die Grundpauschale weiter verrechnet, auch bei null Verbrauch; nur der Arbeitspreis-Anteil fällt dann weg. Wer eine Wohnung dauerhaft aufgibt, sollte den Vertrag rechtzeitig abmelden und den Zählerstand bekanntgeben. Bei kurzem Leerstand ist es meist sinnvoller, den Vertrag laufen zu lassen.

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