Lexikon: Fachbegriffe einfach erklärt
Von der Polizze bis zum Zählpunkt: Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe aus Versicherung, Vorsorge und Energie — verständlich und mit Beispielen aus dem österreichischen Alltag.
Fachchinesisch macht Verträge unnötig kompliziert — dabei stecken hinter den meisten Begriffen einfache Ideen. Jeder Eintrag in diesem Lexikon liefert eine kurze Definition, ein Alltagsbeispiel und den Grund, warum der Begriff für Ihre Entscheidung zählt.
A
Abfertigung neu
Die Abfertigung neu ist Österreichs betriebliche Vorsorge seit 2003: Der Arbeitgeber zahlt laufend 1,53 % des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, die das Guthaben veranlagt.
Ablebensversicherung
Die Ablebensversicherung zahlt den Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt.
Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist der Preis je verbrauchter Kilowattstunde Strom oder Gas in Cent. Gemeinsam mit dem Grundpreis bildet er Ihre Energiekosten.
Arbeitspreis und Grundpauschale
Der Arbeitspreis ist der Preis je verbrauchter Kilowattstunde Strom oder Gas, die Grundpauschale die fixe Gebühr pro Monat oder Jahr — zusammen der Energiepreis.
Aufwertungsfaktor
Der Aufwertungsfaktor passt frühere Beitragsgrundlagen am Pensionskonto an die allgemeine Lohnentwicklung an, damit alte Einkommen ihren Wert für die spätere Pension behalten.
Ausgleichszulage
Die Ausgleichszulage stockt in Österreich niedrige Pensionen bis zum jährlich festgelegten Richtsatz auf, wenn das gesamte Einkommen darunter liegt – die faktische Mindestpension.
B
Beitragsgrundlage
Die Beitragsgrundlage ist jener Teil Ihres Einkommens, auf den die Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden – nach unten und oben gesetzlich begrenzt.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.
Bonus-Malus-System
Das Bonus-Malus-System stuft die Prämie der Kfz-Haftpflichtversicherung nach dem Schadensverlauf ein: schadenfreie Jahre senken sie, Schäden erhöhen sie.
D
Dauernde Invalidität
Dauernde Invalidität ist eine nach einem Unfall bleibende körperliche oder geistige Beeinträchtigung. In der privaten Unfallversicherung bemisst man daraus über die Gliedertaxe die Leistung.
Deckungssumme
Die Deckungssumme ist der Höchstbetrag, den die Versicherung je Schadensfall oder Versicherungsperiode maximal leistet — die Obergrenze Ihres Schutzes.
Doppelversicherung
Von Doppelversicherung spricht man, wenn dasselbe Risiko bei zwei Versicherern gedeckt ist. Im Schadenfall wird trotzdem nur einmal ersetzt — die Versicherer teilen sich die Leistung.
E
E-Control
Die E-Control ist Österreichs unabhängige Regulierungsbehörde für Strom und Gas. Sie legt Netzentgelte fest und betreibt den Tarifkalkulator sowie die Netzbetreiber-Abfrage.
Eigenheimversicherung
Die Eigenheimversicherung schützt das Gebäude selbst – Mauerwerk, Dach und fest Verbautes – gegen Gefahren wie Feuer, Sturm und Leitungswasser und ergänzt so die Haushaltsversicherung.
Einbruchdiebstahl
Einbruchdiebstahl bezeichnet den Diebstahl nach gewaltsamem Eindringen in Wohnung oder Haus – anders als der meist nicht gedeckte einfache Diebstahl ist er Teil der Haushaltsversicherung.
Einspeisetarif
Der Einspeisetarif ist die Vergütung, die Sie für selbst erzeugten Strom erhalten, den Sie ins öffentliche Netz einspeisen – etwa aus Ihrer PV-Anlage.
Elementarschaden
Ein Elementarschaden entsteht durch Naturgewalten wie Hochwasser, Überschwemmung, Erdrutsch, Lawine oder Erdbeben. In Standardpolizzen ist er oft nur eingeschränkt oder als Zusatzbaustein gedeckt.
Energiegemeinschaft
Eine Energiegemeinschaft ist ein rechtlich geregelter Zusammenschluss, der lokal erzeugten Strom gemeinsam nutzt und teilt – in Österreich durch das EAG ermöglicht, oft mit Vorteilen beim Netzentgelt.
Er- und Ablebensversicherung
Die Er- und Ablebensversicherung ist eine gemischte Lebensversicherung, die sowohl im Todesfall während der Laufzeit als auch bei Erleben des Ablaufdatums eine vereinbarte Summe auszahlt.
Erlebensversicherung
Die Erlebensversicherung zahlt die vereinbarte Summe aus, wenn die versicherte Person einen festgelegten Stichtag erlebt — ein Lebensversicherungsprodukt mit Sparcharakter.
Ersatzrate
Die Ersatzrate zeigt, wie viel Prozent Ihres früheren Aktiveinkommens Ihre Pension ausmacht. Je niedriger der Wert, desto größer die Pensionslücke.
Eurotax
Eurotax ist ein in Österreich gängiger Bewertungsstandard für den Zeit- und Wiederbeschaffungswert von Gebrauchtfahrzeugen und dient Versicherungen oft als Basis der Entschädigung bei Totalschaden.
F
Festpreistarif
Ein Festpreistarif ist ein Stromtarif, bei dem der Energiepreis für eine vereinbarte Dauer garantiert unverändert bleibt – Planungssicherheit gegen einen meist etwas höheren Einstiegspreis.
Floater-Tarif
Ein Floater-Tarif ist ein Stromtarif, dessen Arbeitspreis an einen Börsen- oder Großhandelsindex gekoppelt ist und sich regelmäßig ändert – mit Chance auf niedrigere Preise, aber höherem Schwankungsrisiko.
Fondsgebundene Lebensversicherung
Eine Lebensversicherung, deren Sparanteil in Investmentfonds veranlagt wird: höhere Ertragschancen, aber das Kapitalmarktrisiko tragen Sie selbst, meist ohne feste Garantie.
G
Garantiezins
Der Garantiezins ist die garantierte Mindestverzinsung des Sparanteils klassischer Lebensversicherungen und ist in Österreich durch den Höchstrechnungszins nach oben begrenzt.
Gasnetzbetreiber
Der Gasnetzbetreiber betreibt die Gasleitungen in Ihrer Region, wartet den Gaszähler und verrechnet die Netzentgelte — er ist nicht frei wählbar und bleibt beim Anbieterwechsel gleich.
Geringfügigkeitsgrenze
Die Geringfügigkeitsgrenze ist der monatliche Verdienst in Österreich, unter dem eine Beschäftigung als geringfügig gilt – dann besteht nur Unfallversicherung, mit freiwilligem Opting-in.
Gesetzliche Pension
Die gesetzliche Pension ist die staatliche Alterspension aus dem österreichischen Umlagesystem, finanziert durch laufende Beiträge der Erwerbstätigen. Ihre Höhe ergibt sich aus dem Pensionskonto.
Gewinnbeteiligung
Die Gewinnbeteiligung ist der Anteil an den erwirtschafteten Überschüssen, den ein Lebensversicherer zusätzlich zum Garantiezins an seine Kundinnen und Kunden weitergibt – nicht garantiert.
Glasbruchversicherung
Die Glasbruchversicherung ersetzt Bruchschäden an Verglasung wie Fenstern, Türen oder Glaskeramik-Kochfeldern und wird häufig als Zusatzbaustein zur Haushaltsversicherung abgeschlossen.
Gliedertaxe
Die Gliedertaxe ist eine Tabelle in der Unfallversicherung, die jedem Körperteil einen festen Invaliditätsprozentsatz zuordnet und so die Höhe der Leistung bei bleibenden Schäden bestimmt.
Grobe Fahrlässigkeit
Grobe Fahrlässigkeit bezeichnet ein Verschulden zwischen leichter Fahrlässigkeit und Vorsatz: Die im Verkehr gebotene Sorgfalt wird in ungewöhnlichem Maß außer Acht gelassen.
Grundpreis
Der Grundpreis ist der verbrauchsunabhängige Fixbetrag, den Ihr Strom- oder Gaslieferant pro Jahr oder Monat verrechnet – unabhängig davon, wie viel Energie Sie tatsächlich beziehen.
Grundversorgung
Die Grundversorgung ist der gesetzlich abgesicherte Auffangtarif, auf den ein Haushalt ohne aktiven Liefervertrag zurückgreift und der meist teurer ist als ein frei gewählter Tarif.
Grüne Karte
Die Grüne Karte ist die internationale Versicherungskarte, die Ihren bestehenden KFZ-Haftpflichtschutz bei Fahrten ins Ausland nachweist – heute meist weiß gedruckt.
H
Haushaltsversicherung
Die Haushaltsversicherung schützt Ihren Wohnungsinhalt gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruchdiebstahl und enthält in Österreich meist auch eine Privathaftpflicht.
Herkunftsnachweis
Der Herkunftsnachweis ist ein Zertifikat, das belegt, dass eine Strommenge aus einer erneuerbaren Quelle wie Wasser, Wind oder Sonne stammt – Grundlage der Ökostrom-Kennzeichnung.
Höchstbeitragsgrundlage
Die Höchstbeitragsgrundlage ist die Einkommensobergrenze, bis zu der in Österreich Sozialversicherungsbeiträge anfallen — Einkommen darüber bleibt beitragsfrei.
I
J
Jahresabrechnung
Die Jahresabrechnung ist die jährliche Endabrechnung Ihres Energielieferanten: Der tatsächliche Verbrauch wird den geleisteten Teilzahlungen gegenübergestellt, woraus eine Gutschrift oder Nachzahlung entsteht.
Jahresverbrauch
Der Jahresverbrauch ist die über ein Jahr bezogene Energiemenge in Kilowattstunden. Er steht auf der Jahresabrechnung und ist die zentrale Größe für Tarifvergleich und Teilzahlung.
K
Kapitalwahlrecht
Das Kapitalwahlrecht erlaubt es, die Leistung einer Er- oder Rentenversicherung als einmalige Kapitalsumme oder als lebenslange Rente zu beziehen. Die Entscheidung beeinflusst Steuer und Planung.
Karenzzeit
Die Karenzzeit ist ein festgelegter Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem der Versicherer noch keine Leistung erbringt. Sie kommt vor allem in der Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung vor.
KFZ-Haftpflichtversicherung
Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden, die Sie mit Ihrem Fahrzeug anderen zufügen. Ohne sie darf kein Auto zugelassen werden.
Kilowattstunde
Die Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energiemenge: 1000 Watt Leistung über eine Stunde. Sie ist die Grundeinheit jeder Strom- und Gasabrechnung in Österreich.
Korridorpension
Die Korridorpension ermöglicht in Österreich den vorzeitigen Pensionsantritt im sogenannten Pensionskorridor – einige Jahre vor dem Regelpensionsalter, gegen dauerhafte Abschläge.
Krankenzusatzversicherung
Die Krankenzusatzversicherung ergänzt in Österreich die gesetzliche Krankenversicherung – etwa um Sonderklasse im Spital, freie Arztwahl oder kürzere Wartezeiten auf Behandlungen.
Kulanz
Kulanz ist eine freiwillige Leistung des Versicherers ohne rechtlichen Anspruch, oft in Grenzfällen und zur Pflege der Kundenbeziehung.
L
Lastprofil
Ein Lastprofil ist ein standardisiertes Verbrauchsmuster, mit dem Ihr Stromverbrauch ohne viertelstündliche Messung rechnerisch über das Jahr verteilt wird.
Leitungswasserschaden
Ein Leitungswasserschaden entsteht, wenn Wasser bestimmungswidrig aus Rohren oder Leitungen austritt. Solche Schäden sind in der Haushalts- und Eigenheimversicherung gedeckt.
Lieferantenwechsel
Der Lieferantenwechsel ist der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters. Netzbetreiber und Leitung bleiben gleich, die Versorgung läuft dabei lückenlos weiter.
M
Mehrfachversicherung
Mehrfachversicherung heißt, dass Sie aus mehreren Tätigkeiten gleichzeitig pflichtversichert sind. Beiträge fallen nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage an; zu viel Gezahltes wird rückerstattet.
Mitarbeitervorsorgekasse
Die Mitarbeitervorsorgekasse (BV-Kasse) verwaltet und veranlagt die Beiträge der „Abfertigung neu". Das Guthaben ist kapitalgarantiert und bleibt bei einem Jobwechsel erhalten.
Motorbezogene Versicherungssteuer
Die motorbezogene Versicherungssteuer ist eine österreichische Steuer, die zusammen mit der KFZ-Haftpflichtprämie eingehoben wird. Ihre Höhe richtet sich seit 2020 nach Leistung und CO2-Ausstoß.
N
Nachhaftung
Die Nachhaftung deckt Schaeden ab, die noch waehrend der Vertragslaufzeit verursacht, aber erst nach dem Ende des Versicherungsvertrags gemeldet werden – vor allem in der Haftpflichtversicherung relevant.
Netzbetreiber
Der Netzbetreiber betreibt die Strom- und Gasleitungen in Ihrer Region, wartet den Zähler und verrechnet die Netzentgelte — er ist nicht frei wählbar.
Netzentgelt
Das Netzentgelt ist das regulierte Entgelt für die Nutzung des Strom- oder Gasnetzes. Es geht an den Netzbetreiber, wird von der E-Control festgelegt und bleibt beim Anbieterwechsel unverändert.
Neuwert und Zeitwert
Neuwert ist der Preis für die Neuanschaffung einer gleichwertigen Sache, Zeitwert der Neuwert abzüglich Alter und Abnützung — entscheidend für die Schadenszahlung.
Neuwertversicherung
Die Neuwertversicherung ersetzt im Schadenfall den Preis für die Neubeschaffung einer gleichwertigen Sache – und nicht nur den durch Alter und Abnutzung geminderten Zeitwert.
O
Ö
ÖGK – Österreichische Gesundheitskasse
Die ÖGK ist der größte gesetzliche Krankenversicherungsträger Österreichs für unselbständig Beschäftigte und ihre Angehörigen, seit 2020 bundesweit vereinheitlicht.
Ökostrom
Ökostrom ist elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind, Sonne und Biomasse. Die Herkunft wird in Österreich über Herkunftsnachweise belegt.
P
Pensionsantrittsalter
Das Pensionsantrittsalter ist das gesetzliche Regelalter für die Alterspension in Österreich: für Männer 65 Jahre, für Frauen wird es ab 2024 schrittweise von 60 auf 65 Jahre angehoben.
Pensionskonto
Das Pensionskonto ist das staatliche Konto, auf dem Ihre Gutschriften zur gesetzlichen Pension gesammelt werden — einsehbar online, etwa über FinanzOnline.
Pensionslücke
Die Pensionslücke ist die Differenz zwischen dem letzten Netto-Aktiveinkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Pension – sie zeigt, wie viel privat vorgesorgt werden sollte.
Pensionssplitting
Pensionssplitting ist die freiwillige Möglichkeit in Österreich, für Kinderbetreuungsjahre Teile der Pensionskonto-Gutschrift auf den betreuenden Elternteil zu übertragen.
Polizze
Die Polizze ist die österreichische Bezeichnung für den Versicherungsschein — die Urkunde, die den Inhalt Ihres Versicherungsvertrags dokumentiert.
Prämie
Die Prämie ist der Preis, den Sie für Ihren Versicherungsschutz zahlen – je nach Vereinbarung jährlich oder unterjährig in kleineren Raten.
Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge
Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge ist eine staatlich geförderte private Pension in Österreich: Der Staat legt auf Ihre Einzahlungen eine Prämie drauf, dafür ist das Kapital langfristig gebunden.
Prämienfreistellung
Bei der Prämienfreistellung ruht Ihre Lebensversicherung: Sie zahlen keine Prämie mehr, der Vertrag bleibt bestehen, dafür sinkt die spätere Leistung. Eine Alternative zur Kündigung.
Preisgleitklausel
Die Preisgleitklausel erlaubt dem Energielieferanten, den Preis während der Vertragslaufzeit an einen Index anzupassen – das Gegenstück zum garantierten Festpreis.
Private Unfallversicherung
Die private Unfallversicherung zahlt bei bleibenden Unfallfolgen eine Kapitalleistung – weltweit, rund um die Uhr, in Beruf und Freizeit, anders als die gesetzliche Absicherung.
Privathaftpflichtversicherung
Die Privathaftpflichtversicherung deckt Schäden, die Sie im Alltag anderen zufügen. In Österreich ist sie meist Teil der Haushaltsversicherung und gehört zur wichtigsten Grundabsicherung.
Progression
Die Progression ist eine Regelung in der Unfallversicherung, bei der die Leistung ab hohen Invaliditätsgraden überproportional steigt und so schwere Fälle stärker absichert.
R
Rechtsschutzversicherung
Die Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten in versicherten Streitfällen wie Verkehr, Arbeit oder Wohnen – meist mit Wartefrist und Selbstbehalt.
Regress
Beim Regress holt sich ein Versicherer oder Sozialversicherungsträger bereits gezahlte Leistungen vom eigentlichen Schädiger zurück, etwa bei grober Fahrlässigkeit in der KFZ-Haftpflicht.
Rentengarantiezeit
Die Rentengarantiezeit sorgt dafür, dass eine Rente auch bei frühem Tod der versicherten Person weiterläuft und an Hinterbliebene ausgezahlt wird – so verfällt das Angesparte nicht.
Risikoausschluss
Ein Risikoausschluss legt fest, welche Gefahren oder Fälle ein Versicherungsvertrag ausdrücklich nicht deckt – etwa Krieg, Vorsatz oder bestimmte Sportarten.
Rückkaufswert
Der Rückkaufswert ist der Betrag, den Sie bei vorzeitiger Kündigung einer Lebensversicherung ausbezahlt bekommen. Anfangs liegt er wegen der Kosten oft deutlich unter den eingezahlten Prämien.
Rücktrittsrecht bei Versicherungen
Das Rücktrittsrecht erlaubt es Ihnen, einen Versicherungsvertrag innerhalb einer gesetzlichen Frist nach Abschluss ohne Angabe von Gründen wieder aufzulösen.
S
Schadenfreiheitsrabatt
Der Schadenfreiheitsrabatt ist ein Prämiennachlass, den Sie sich in der KFZ-Versicherung durch schadenfrei gefahrene Jahre erarbeiten – geregelt über das Bonus-Malus-System.
Schwerarbeitspension
Die Schwerarbeitspension ermöglicht in Österreich einen früheren Pensionsantritt für Menschen, die viele Monate unter körperlich oder psychisch belastenden Bedingungen gearbeitet haben.
Selbstbehalt
Der Selbstbehalt ist jener Teil eines Schadens, den Sie selbst tragen — erst darüber hinaus zahlt die Versicherung. Er senkt im Gegenzug die Prämie.
Smart Meter
Ein Smart Meter ist ein digitaler, fernauslesbarer Stromzähler, den Österreich flächendeckend einführt. Er erfasst den Verbrauch viertelstündlich und macht die Abrechnung genauer.
Sonderklasse
Sonderklasse bezeichnet die bevorzugte Unterbringung und Behandlung durch Wahlarzt oder Primar im Spital, üblicherweise finanziert über eine private Krankenzusatzversicherung.
Streitwert
Der Streitwert ist der in Geld bemessene Wert des Streitgegenstands. Er bestimmt in Österreich die Höhe der Gerichts- und Anwaltskosten und damit oft die Bedeutung einer Rechtsschutzversicherung.
Stromkennzeichnung
Die Stromkennzeichnung ist der gesetzlich vorgeschriebene Ausweis, aus welchen Energieträgern der gelieferte Strom stammt. In Österreich muss er vollständig mit Herkunftsnachweisen belegt sein.
Sturmschaden
Ein Sturmschaden ist ein durch Sturm (üblicherweise ab Windstärke 8, rund 62 km/h) verursachter Schaden am Gebäude oder Hausrat, der über die Sach- bzw. Eigenheimversicherung gedeckt sein kann.
SVS – Sozialversicherung der Selbständigen
Die SVS ist der gesetzliche Träger der Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung für Selbständige und Gewerbetreibende in Österreich.
T
Taggeld
Das Taggeld ist eine vereinbarte Tagespauschale, die im Versicherungsfall pro Tag ausbezahlt wird, etwa je Tag im Spital oder bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit, und frei verwendbar ist.
Teilkasko
Die Teilkasko ist eine freiwillige Kfz-Versicherung, die bestimmte benannte Schäden am eigenen Auto abdeckt – etwa Diebstahl, Glasbruch, Sturm, Hagel, Wildschaden und Brand.
Teilzahlungsbetrag
Der Teilzahlungsbetrag ist die laufend im Voraus gezahlte Akonto-Rate für Strom oder Gas, geschätzt aus dem erwarteten Jahresverbrauch und über die Jahresabrechnung ausgeglichen.
U
Unterversicherung
Unterversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert des Versicherten — im Schadensfall wird dann anteilig gekürzt.
Unterversicherungsverzicht
Der Unterversicherungsverzicht ist eine Klausel, mit der der Versicherer auf den Einwand der Unterversicherung verzichtet, sofern die Wohnfläche korrekt angegeben ist. So bleibt die volle Entschädigung erhalten.
V
Versicherungsagent
Ein Versicherungsagent vermittelt Versicherungen im Auftrag eines oder mehrerer Versicherer — ein in Österreich reglementiertes Gewerbe mit Registereintrag.
Versicherungsfall
Der Versicherungsfall ist das konkrete Ereignis, das die Leistungspflicht des Versicherers auslöst – etwa ein Unfall, ein Einbruch oder ein Todesfall.
Versicherungsmakler
Ein Versicherungsmakler ist ein unabhängiger Vermittler, der im Auftrag des Kunden den Markt vergleicht – anders als ein Versicherungsagent, der für einen bestimmten Versicherer tätig ist.
Versicherungsnehmer
Der Versicherungsnehmer ist der Vertragspartner des Versicherers: Er schließt die Polizze ab und schuldet die Prämie – muss aber nicht selbst die versicherte Person sein.
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme ist der vertraglich vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer im Schadenfall leistet. Sie bestimmt maßgeblich Schutzumfang und Prämie.
Vinkulierung
Die Vinkulierung ist ein Sperrvermerk in der Polizze zugunsten eines Dritten, meist der kreditgebenden Bank, damit die Versicherungsleistung im Schadensfall an den Kreditgeber fließt.
Vollkasko
Die Vollkasko deckt selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug sowie alle Teilkasko-Risiken ab und wird üblicherweise mit einem Selbstbehalt vereinbart.
Vorvertragliche Anzeigepflicht
Die Pflicht, alle Fragen im Versicherungsantrag wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Falsche Angaben können den Versicherer zum Rücktritt oder zur Leistungsverweigerung berechtigen.
W
Waisenpension
Die Waisenpension ist eine Hinterbliebenenpension für Kinder eines verstorbenen versicherten Elternteils und wird in Österreich meist bis zum Ende der Ausbildung gezahlt.
Wartefrist
Die Wartefrist ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem für bestimmte Leistungen noch kein Versicherungsschutz besteht — trotz laufender Prämienzahlung.
Wechselbonus
Ein Wechselbonus ist eine einmalige Gutschrift, die manche Stromanbieter Neukunden im ersten Vertragsjahr gewähren. Er senkt die Kosten kurzfristig, kann aber den Dauerpreis verzerren.
Witwen- und Witwerpension
Die Witwen- und Witwerpension ist eine gesetzliche Hinterbliebenenpension für Ehe- oder eingetragene Partner nach dem Tod des Versicherten; ihre Höhe hängt vom Einkommensverhältnis der letzten Jahre ab.
Z
Zählerstand
Der Zählerstand ist der am Strom- oder Gaszähler abgelesene Verbrauchswert. Er bildet die Grundlage für Ihre Abrechnung und wird bei Anbieterwechsel und Umzug erfasst.
Zählpunkt
Der Zählpunkt ist die eindeutige Adresse Ihres Strom- oder Gasanschlusses im Netz, identifiziert durch die 33-stellige Zählpunktnummer beginnend mit AT.
Zuverdienstgrenze
Die Zuverdienstgrenze bestimmt, wie viel Sie neben einer vorzeitigen Pension dazuverdienen dürfen, ohne dass Ihre Pension gekürzt wird oder wegfällt.