Lexikon · Energie

Was ist Gasnetzbetreiber? Einfach erklärt

Der Gasnetzbetreiber betreibt die Gasleitungen in Ihrer Region, wartet den Gaszähler und verrechnet die Netzentgelte — er ist nicht frei wählbar und bleibt beim Anbieterwechsel gleich.

Der Gasnetzbetreiber ist das Unternehmen, dem die Gasleitungen in Ihrer Region gehören. Er transportiert das Erdgas bis zu Ihrer Wohnung, betreibt und wartet den Gaszähler, behebt Störungen an der Leitung und verrechnet dafür die behördlich regulierten Netzentgelte. Anders als der Gaslieferant, den Sie frei wählen können, ist der Gasnetzbetreiber ein regionales Monopol und durch Ihren Wohnort festgelegt — beim Wechsel des Gasanbieters bleibt er unverändert derselbe.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Familie in Wien-Simmering heizt mit Gas und entdeckt bei der Tarifprüfung einen günstigeren Arbeitspreis bei einem anderen Lieferanten. Sie wechselt — und an der Gasleitung, am Zähler und an der Versorgung ändert sich dabei nichts, denn all das bleibt Sache des Gasnetzbetreibers. Als im Winter kurz kein Gas ankommt, ist deshalb nicht der neue Lieferant der richtige Ansprechpartner, sondern die Störungsstelle des Gasnetzbetreibers, dessen Nummer auf der Netzrechnung steht.

Warum das für Sie wichtig ist

Die Trennung von Netz und Lieferant macht den Gasanbieterwechsel für Sie sorgenfrei: Da der Gasnetzbetreiber immer gleich bleibt, kann technisch nichts schiefgehen — kein Umbau, keine Unterbrechung, kein neuer Zähler nur wegen des Wechsels. Gleichzeitig hilft das Verständnis beim Lesen der Rechnung: Das Netzentgelt ist fix vorgegeben und nicht verhandelbar, frei gestaltbar ist nur der Energiepreis des Lieferanten. Wer bei den Gaskosten sparen möchte, setzt also genau dort an — der Netzanteil der Rechnung ändert sich durch einen Wechsel nicht.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Gasnetzbetreiber selbst wählen oder wechseln?

Nein — der Gasnetzbetreiber ist durch Ihren Wohnort festgelegt und ein regionales Monopol. Frei wählbar ist nur der Gaslieferant, also das Unternehmen, von dem Sie das Gas kaufen. Beim Anbieterwechsel bleibt der Netzbetreiber unverändert derselbe.

Ist der Gasnetzbetreiber derselbe wie beim Strom?

Nicht zwingend, aber oft gehören Strom- und Gasnetz in einer Region zum selben Unternehmen — in Wien etwa betreiben die Wiener Netze beide Netze. Zuständig für Leitung, Zähler und Störungen beim Gas ist in jedem Fall der jeweilige Gasnetzbetreiber, unabhängig davon, bei welchem Lieferanten Sie unter Vertrag sind.

Woher weiß ich, welcher Gasnetzbetreiber für meine Adresse zuständig ist?

Der Name steht auf Ihrer Gasrechnung im Abschnitt mit den Netzkosten, gemeinsam mit der Zählpunktnummer, die mit AT beginnt. Liegt keine Rechnung vor, ermittelt der Lieferant den zuständigen Netzbetreiber anhand Ihrer Adresse, weil das Netzgebiet fix zugeordnet ist. Für einen Tarifwechsel brauchen Sie in der Regel nur Zählpunktnummer und Jahresverbrauch.

Wen rufe ich bei Gasgeruch an, den Lieferanten oder den Netzbetreiber?

Zuständig ist der Störungsdienst des Gasnetzbetreibers, dessen Nummer auf dem Netzteil Ihrer Rechnung steht und rund um die Uhr erreichbar ist. Er kümmert sich um Leitung, Anschluss und Zähler. Bei Gasgeruch vorher Fenster öffnen, keine elektrischen Schalter betätigen und die Wohnung verlassen. Der Lieferant ist nur für Vertrag, Tarif und Abrechnung Ihr Ansprechpartner.

Warum wird meine Gasrechnung teurer, obwohl ich den Tarif gewechselt habe?

Ihre Rechnung besteht aus drei Teilen: dem Energiepreis des Lieferanten, dem Netzentgelt des Gasnetzbetreibers sowie Steuern und Abgaben. Nur den ersten Teil ändert ein Wechsel. Die Netzentgelte werden von der E-Control festgelegt und regelmäßig angepasst. Sie gelten für alle Haushalte im selben Netzgebiet gleich, unabhängig davon, bei wem Sie Ihr Gas kaufen.

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