Was ist Sonderklasse? Einfach erklärt
Sonderklasse bezeichnet die bevorzugte Unterbringung und Behandlung durch Wahlarzt oder Primar im Spital, üblicherweise finanziert über eine private Krankenzusatzversicherung.
Als Sonderklasse bezeichnet man in Österreich die gehobene Versorgung im Krankenhaus, die über die allgemeine Gebührenklasse hinausgeht. Wer Sonderklasse gewählt hat, wird im Regelfall vom Wahlarzt oder vom Primar der Abteilung behandelt und ist in einem Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht statt im größeren Mehrbettzimmer. Weil das öffentliche Gesundheitssystem diese Zusatzleistungen nicht abdeckt, finanzieren die meisten Menschen sie über eine private Krankenzusatzversicherung. Die medizinische Grundversorgung bleibt für alle gleich, unabhängig von der Klasse; bei der Sonderklasse geht es um zusätzlichen Komfort und die freie Arztwahl im stationären Bereich.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Frau Berger aus Wien-Favoriten braucht eine geplante Knieoperation. In der allgemeinen Klasse würde sie den diensthabenden Arzt bekommen und in einem Zimmer mit mehreren Betten liegen. Weil sie vor Jahren eine Krankenzusatzversicherung mit Sonderklasse abgeschlossen hat, kann sie sich nun den erfahrenen Primar der orthopädischen Abteilung als Operateur wünschen. Nach dem Eingriff erholt sie sich in einem ruhigen Zweibettzimmer, in dem auch ihr Mann länger zu Besuch bleiben darf. Die Zusatzkosten für den Wahlarzt und das Zimmer übernimmt ihre Versicherung im Rahmen des vereinbarten Tarifs.
Warum das für Sie wichtig ist
Ob sich eine Sonderklasse-Deckung für Sie lohnt, hängt von Ihren persönlichen Wünschen ab: Legen Sie Wert darauf, im Spital selbst zu bestimmen, wer Sie behandelt, und möchten Sie ein ruhigeres Zimmer? Dann kann diese Absicherung sinnvoll sein. Die Höhe der Prämie richtet sich unter anderem nach Ihrem Alter beim Abschluss und dem gewählten Leistungsumfang, weshalb ein früher Einstieg oft günstiger ist. Wichtig zu wissen ist auch, dass viele Verträge eine Wartefrist vorsehen und bestehende Erkrankungen bei Abschluss angegeben werden müssen. Wir vergleichen für Sie die Angebote verschiedener Versicherer und erklären, welche Leistungen im jeweiligen Tarif tatsächlich enthalten sind, damit Sie eine Deckung finden, die zu Ihrer Lebenssituation passt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sonderklasse und allgemeiner Klasse?
In der allgemeinen Klasse erhalten Sie die medizinisch notwendige Grundversorgung durch den diensthabenden Arzt und liegen meist in einem Mehrbettzimmer. Die Sonderklasse bringt zusätzlichen Komfort: Sie können sich in der Regel Ihren behandelnden Wahlarzt oder Primar wünschen und werden in einem Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht. Die eigentliche medizinische Behandlung ist in beiden Klassen gleichwertig.
Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung die Sonderklasse?
Nein, die gesetzliche Krankenversicherung deckt nur die allgemeine Gebührenklasse ab. Die Mehrkosten für Wahlarzt und die bessere Unterbringung tragen Sie entweder selbst oder über eine private Krankenzusatzversicherung. Genau dafür gibt es eigene Sonderklasse-Tarife, deren Umfang und Prämie sich je nach Versicherer unterscheiden.
Verwandte Begriffe
Die Krankenzusatzversicherung ergänzt in Österreich die gesetzliche Krankenversicherung – etwa um Sonderklasse im Spital, freie Arztwahl oder kürzere Wartezeiten auf Behandlungen.
TaggeldDas Taggeld ist eine vereinbarte Tagespauschale, die im Versicherungsfall pro Tag ausbezahlt wird, etwa je Tag im Spital oder bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit, und frei verwendbar ist.
WartefristDie Wartefrist ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem für bestimmte Leistungen noch kein Versicherungsschutz besteht — trotz laufender Prämienzahlung.
SelbstbehaltDer Selbstbehalt ist jener Teil eines Schadens, den Sie selbst tragen — erst darüber hinaus zahlt die Versicherung. Er senkt im Gegenzug die Prämie.