Lexikon · Energie

Was ist Herkunftsnachweis? Einfach erklärt

Der Herkunftsnachweis ist ein Zertifikat, das belegt, dass eine Strommenge aus einer erneuerbaren Quelle wie Wasser, Wind oder Sonne stammt – Grundlage der Ökostrom-Kennzeichnung.

Ein Herkunftsnachweis ist ein elektronisches Zertifikat, das die Erzeugung einer definierten Strommenge aus einer bestimmten Quelle dokumentiert – etwa aus Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse. Für jede erzeugte Einheit erneuerbaren Stroms wird ein solcher Nachweis ausgestellt und in einer eigenen Datenbank registriert. Verkauft ein Stromlieferant Ökostrom, muss er die entsprechende Menge durch Herkunftsnachweise belegen; diese werden dann entwertet, damit dieselbe grüne Erzeugung nicht mehrfach vermarktet wird. In Österreich bildet der Herkunftsnachweis so die Grundlage für die Stromkennzeichnung und dafür, dass ein Tarif überhaupt als Ökostrom bezeichnet werden darf.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Familie Brandstätter aus Wien-Favoriten möchte auf einen echten Ökostromtarif wechseln und liest im Angebot, der Strom stamme zu hundert Prozent aus Wasserkraft. Herr Brandstätter fragt sich, wie das nachweisbar ist, wenn doch aus jeder Steckdose derselbe Strom kommt. Die Antwort liegt im Herkunftsnachweis: Der Lieferant kann für die an die Familie gelieferte Menge entsprechende Zertifikate aus Wasserkraftwerken vorweisen und entwerten lassen. Auf der jährlichen Stromkennzeichnung sieht die Familie dann schwarz auf weiß, aus welchen Quellen ihr Strom rechnerisch gedeckt wurde – und kann sich darauf verlassen, dass die grüne Herkunft dokumentiert und nicht doppelt verkauft ist.

Warum das für Sie wichtig ist

Der Herkunftsnachweis gibt Ihnen die Sicherheit, dass ein als Ökostrom beworbener Tarif tatsächlich mit erneuerbarer Erzeugung hinterlegt ist und nicht nur mit einem grünen Etikett. Wenn Sie Wert auf saubere Energie legen, lohnt sich beim Vergleich ein Blick auf die Stromkennzeichnung und die dahinterstehenden Nachweise. So können Sie bewusst entscheiden, welchen Anbieter und welche Erzeugungsart Sie unterstützen möchten. Gerne unterstützen wir Sie als Vermittler dabei, Tarife und ihre Kennzeichnung übersichtlich gegenüberzustellen.

Häufige Fragen

Bedeutet ein Herkunftsnachweis, dass genau dieser grüne Strom in meiner Steckdose ankommt?

Nein, physikalisch fließt im gemeinsamen Netz immer ein Mix aus allen Erzeugungsquellen. Der Herkunftsnachweis stellt rechnerisch sicher, dass für die von Ihnen bezogene Strommenge eine entsprechende Menge erneuerbaren Stroms erzeugt und dokumentiert wurde. Er ist also ein buchhalterischer Nachweis der Herkunft, keine direkte Leitung vom Kraftwerk zu Ihnen.

Woran erkenne ich, dass mein Tarif wirklich mit Herkunftsnachweisen hinterlegt ist?

Den Aufschluss gibt die gesetzlich vorgeschriebene Stromkennzeichnung, die Ihr Lieferant ausweisen muss. Dort ist angegeben, aus welchen Quellen Ihr Strom stammt und dass die Herkunft durch entwertete Nachweise belegt ist. Bei Unklarheiten können Sie beim Anbieter nachfragen oder sich die Kennzeichnung im Rahmen eines Tarifvergleichs erläutern lassen.

Was unterscheidet einen Herkunftsnachweis von einem Ökostrom-Gütesiegel?

Der Herkunftsnachweis ist ein gesetzlich geregeltes Zertifikat für eine erzeugte Strommenge und die Voraussetzung dafür, dass ein Tarif überhaupt als Ökostrom gekennzeichnet werden darf. Ein Gütesiegel wird darüber hinaus von einer eigenen Stelle vergeben und stellt zusätzliche Anforderungen, etwa an den Ausbau neuer Anlagen oder an die Herkunft aus dem Inland. Das eine ist die Grundlage, das andere ein Urteil über die Qualität.

Wer stellt Herkunftsnachweise aus und wo werden sie registriert?

Ausgestellt werden sie für die Betreiber von Erzeugungsanlagen, sobald eine bestimmte Strommenge aus Wasser, Wind, Sonne oder Biomasse ins Netz eingespeist wurde. In Österreich laufen Ausstellung, Übertragung und Entwertung über eine zentrale Datenbank der Regulierungsbehörde E-Control. Dadurch bleibt nachvollziehbar, welche Menge welchem Lieferanten zugeordnet worden ist.

Was bedeutet es, dass ein Herkunftsnachweis entwertet wird?

Entwerten heißt, dass der Nachweis in der Datenbank endgültig einer gelieferten Strommenge zugeordnet und für jede weitere Verwendung gesperrt wird. Dieselbe erneuerbare Kilowattstunde kann danach kein zweites Mal als Ökostrom verkauft werden. Ohne diesen Schritt ließe sich eine Erzeugung mehrfach vermarkten — die Entwertung ist der Grund, warum die Stromkennzeichnung belastbar ist.

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