Lexikon · Energie

Was ist Ökostrom? Einfach erklärt

Ökostrom ist elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind, Sonne und Biomasse. Die Herkunft wird in Österreich über Herkunftsnachweise belegt.

Als Ökostrom bezeichnet man elektrische Energie, die aus erneuerbaren Quellen stammt: aus Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie (Photovoltaik) und Biomasse. Weil Strom aus dem gemeinsamen Netz physikalisch nicht zu einer bestimmten Erzeugungsart zurückverfolgt werden kann, wird die erneuerbare Herkunft rechnerisch über sogenannte Herkunftsnachweise belegt. Diese Nachweise dokumentieren, dass für die gelieferte Menge eine entsprechende Menge Ökostrom erzeugt und ins Netz eingespeist wurde. In Österreich weisen Stromlieferanten in der jährlichen Stromkennzeichnung aus, aus welchen Energiequellen sich ihr Strom zusammensetzt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Frau Berger aus dem 11. Wiener Gemeindebezirk erhält ihre Jahresabrechnung und liest zum ersten Mal die beiliegende Stromkennzeichnung. Dort steht, dass ihr Tarif zu einem großen Teil aus Wasserkraft und ergänzend aus Windkraft besteht, belegt durch Herkunftsnachweise. Sie fragt sich, ob das automatisch der teuerste Tarif ist. Beim Vergleich mehrerer Angebote stellt sie fest, dass Ökostrom-Tarife preislich in einer ähnlichen Spanne liegen wie herkömmliche Angebote und dass sich der Preis vor allem aus Arbeitspreis, Grundpreis und Netzentgelt zusammensetzt, nicht allein aus der Herkunft des Stroms.

Warum das für Sie wichtig ist

Wenn Sie beim Stromtarif auf erneuerbare Herkunft Wert legen, hilft Ihnen die Stromkennzeichnung, ein Angebot einzuordnen, statt sich nur auf Werbeaussagen zu verlassen. Der Blick auf die Herkunftsnachweise zeigt, welche Energiequellen tatsächlich hinter Ihrem Tarif stehen. So können Sie Angebote sachlich vergleichen und eine Entscheidung treffen, die zu Ihren Prioritäten und Ihrem Budget passt.

Häufige Fragen

Ist Ökostrom automatisch teurer als herkömmlicher Strom?

Nicht zwangsläufig. Ökostrom-Tarife liegen preislich oft in einer ähnlichen Spanne wie klassische Angebote, weil sich der Strompreis vor allem aus Arbeitspreis, Grundpreis und Netzentgelt zusammensetzt. Ein Tarifvergleich lohnt sich in beiden Fällen, weil die Unterschiede zwischen einzelnen Anbietern häufig größer sind als der Aufpreis für die erneuerbare Herkunft.

Woran erkenne ich, ob ich wirklich Ökostrom beziehe?

Maßgeblich ist die Stromkennzeichnung, die jeder Lieferant in Österreich ausweisen muss. Sie zeigt die Zusammensetzung nach Energiequellen und stützt sich auf Herkunftsnachweise. Diese Angaben finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen und in der Jahresabrechnung.

Kommt bei einem Ökostromtarif wirklich Strom aus Wasserkraft aus der Steckdose?

Physikalisch fließt in Ihrer Leitung immer der Mix, der gerade im Netz ist, das lässt sich technisch nicht trennen. Ein Ökostromtarif bedeutet, dass für die von Ihnen bezogene Menge eine entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Quellen eingespeist und mit Herkunftsnachweisen belegt wird. Die Wirkung liegt also in der Erzeugung, nicht in Ihrer Steckdose.

Muss beim Wechsel auf einen Ökostromtarif technisch etwas umgebaut werden?

Am Anschluss ändert sich nichts: Leitung, Zähler und Netzbetreiber bleiben gleich, ein Ökostromtarif ist eine reine Vertragsfrage mit dem Lieferanten. Es gibt keine Versorgungsunterbrechung und keinen Zählertausch nur wegen des Wechsels. Für den Wechsel brauchen Sie im Wesentlichen Ihre Zählpunktnummer und den aktuellen Zählerstand.

Ist Ökostrom dasselbe wie Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage?

Beim Ökostromtarif kaufen Sie Strom aus dem Netz, dessen erneuerbare Herkunft über Nachweise belegt ist. Bei einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugen Sie selbst und verbrauchen direkt, was gerade am Dach anfällt; den Rest beziehen Sie weiterhin über einen Liefervertrag. Beides schließt einander nicht aus, ein Ökostromtarif deckt dann den Zukauf ab.

Verwandte Begriffe