Lexikon · Versicherung

Was sind Neuwert und Zeitwert? Einfach erklärt

Neuwert ist der Preis für die Neuanschaffung einer gleichwertigen Sache, Zeitwert der Neuwert abzüglich Alter und Abnützung — entscheidend für die Schadenszahlung.

Neuwert und Zeitwert sind die zwei wichtigsten Maßstäbe dafür, wie viel eine Versicherung im Schadensfall zahlt. Der Neuwert ist der Betrag, den die Neuanschaffung einer gleichartigen, gleichwertigen Sache heute kostet. Der Zeitwert ist derselbe Betrag abzüglich der Wertminderung durch Alter und Gebrauch — er liegt also fast immer deutlich darunter.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Bei einem Wohnungsbrand in Wien wird ein sieben Jahre alter Fernseher zerstört. Ein vergleichbares neues Gerät kostet 800 Euro — das ist der Neuwert. Der Zeitwert des alten Geräts liegt nach sieben Jahren vielleicht noch bei 200 Euro. Ob die Versicherung 800 oder 200 Euro überweist, entscheidet allein die Frage, ob der Vertrag Neuwert- oder Zeitwertentschädigung vorsieht — bei einem kompletten Haushalt summiert sich dieser Unterschied schnell auf zehntausende Euro.

Warum das für Sie wichtig ist

Ein Vertrag mit Zeitwertentschädigung kann günstig wirken, lässt Sie im Ernstfall aber auf einem Großteil der Wiederbeschaffungskosten sitzen — gebrauchte Möbel und Geräte kauft schließlich niemand eins zu eins nach. Achten Sie deshalb bei Haushalts- und Eigenheimversicherungen auf Neuwertdeckung und darauf, unter welchen Bedingungen sie in Zeitwert kippt. Und halten Sie die Versicherungssumme aktuell, denn Neuwertdeckung schützt nicht vor den Folgen einer Unterversicherung.

Häufige Fragen

Zahlt die Haushaltsversicherung Neuwert oder Zeitwert?

Gute Haushaltsversicherungen entschädigen zum Neuwert — Sie bekommen also, was die Wiederbeschaffung heute kostet. Manche Tarife wechseln aber bei stark abgenutzten Sachen zum Zeitwert. Der Blick in die Bedingungen lohnt sich.

Wie wird der Zeitwert berechnet?

Ausgangspunkt ist der Neuwert, davon werden Abschläge für Alter, Abnützung und technische Überholung abgezogen. Eine starre Formel gibt es nicht — üblich sind jährliche Prozentabschläge je nach Art der Sache.

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