Was ist Gliedertaxe? Einfach erklärt
Die Gliedertaxe ist eine Tabelle in der Unfallversicherung, die jedem Körperteil einen festen Invaliditätsprozentsatz zuordnet und so die Höhe der Leistung bei bleibenden Schäden bestimmt.
Die Gliedertaxe ist ein zentraler Baustein jeder privaten Unfallversicherung. Sie ist eine Tabelle, die einzelnen Körperteilen und Sinnesorganen jeweils einen festen Invaliditätsgrad in Prozent zuordnet – etwa der Hand, dem Bein, einem Finger oder dem Sehvermögen eines Auges. Kommt es nach einem Unfall zu einer dauernden Beeinträchtigung, wird der Grad der Invalidität nicht frei geschätzt, sondern anhand dieser festen Sätze ermittelt. Der so bestimmte Prozentsatz wird auf die vereinbarte Versicherungssumme angewendet und ergibt die Leistung, die ausbezahlt wird. Bei einem teilweisen Verlust oder einer eingeschränkten Funktion wird ein entsprechender Anteil des jeweiligen Satzes herangezogen.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Herr Berger aus Wien-Favoriten stürzt bei Renovierungsarbeiten von der Leiter und verletzt sich die Hand so schwer, dass die Beweglichkeit dauerhaft eingeschränkt bleibt. Nach Abschluss der Heilbehandlung stellt der Arzt einen bleibenden Schaden fest. Statt lange über die Höhe zu verhandeln, schaut die Versicherung in die Gliedertaxe: Für die Hand ist dort ein bestimmter Invaliditätssatz hinterlegt. Weil die Funktion nur teilweise verloren ist, wird ein Anteil davon angesetzt. Dieser Prozentsatz mal der vereinbarten Versicherungssumme ergibt die Auszahlung. So weiß Herr Berger nachvollziehbar, wie sich seine Leistung errechnet.
Warum das für Sie wichtig ist
Die Gliedertaxe macht die Leistung im Voraus kalkulierbar und schützt vor Willkür, weil die Bewertung nach einer festen Systematik erfolgt. Allerdings unterscheiden sich die hinterlegten Sätze von Tarif zu Tarif – manche Anbieter bewerten dieselbe Verletzung günstiger als andere. Ein Blick in die Gliedertaxe lohnt sich daher genauso wie der Vergleich der Versicherungssumme, denn beide zusammen bestimmen, was am Ende tatsächlich ausbezahlt wird. Wir von der MPEV Versicherungsagentur in Wien vergleichen die Bedingungen verschiedener Anbieter und helfen Ihnen, einen Unfallschutz zu finden, dessen Leistungen zu Ihrer Lebenssituation passen.
Häufige Fragen
Was bedeutet ein Invaliditätsgrad von 100 Prozent in der Gliedertaxe?
Ein Satz von 100 Prozent bedeutet, dass für den vollständigen Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit des betreffenden Körperteils die gesamte vereinbarte Versicherungssumme zur Anwendung kommt. Für weniger schwere, aber dauerhafte Beeinträchtigungen wird ein entsprechender Anteil dieses Satzes angesetzt. Die genaue Bewertung ergibt sich aus dem ärztlichen Befund und den Regelungen im jeweiligen Tarif.
Sind die Sätze der Gliedertaxe bei allen Versicherungen gleich?
Nein, die zugeordneten Prozentsätze können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Für dieselbe Verletzung kann ein Tarif einen höheren Invaliditätsgrad vorsehen als ein anderer. Deshalb lohnt sich ein genauer Vergleich der Bedingungen, bevor Sie eine Unfallversicherung abschließen.
Verwandte Begriffe
Die private Unfallversicherung zahlt bei bleibenden Unfallfolgen eine Kapitalleistung – weltweit, rund um die Uhr, in Beruf und Freizeit, anders als die gesetzliche Absicherung.
Dauernde InvaliditätDauernde Invalidität ist eine nach einem Unfall bleibende körperliche oder geistige Beeinträchtigung. In der privaten Unfallversicherung bemisst man daraus über die Gliedertaxe die Leistung.
ProgressionDie Progression ist eine Regelung in der Unfallversicherung, bei der die Leistung ab hohen Invaliditätsgraden überproportional steigt und so schwere Fälle stärker absichert.
VersicherungssummeDie Versicherungssumme ist der vertraglich vereinbarte Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer im Schadenfall leistet. Sie bestimmt maßgeblich Schutzumfang und Prämie.