Lexikon · Versicherung

Was ist Grobe Fahrlässigkeit? Einfach erklärt

Grobe Fahrlässigkeit bezeichnet ein Verschulden zwischen leichter Fahrlässigkeit und Vorsatz: Die im Verkehr gebotene Sorgfalt wird in ungewöhnlichem Maß außer Acht gelassen.

Grobe Fahrlässigkeit ist ein Verschuldensgrad, der zwischen der leichten Fahrlässigkeit und dem Vorsatz angesiedelt ist. Sie liegt vor, wenn jemand die im Verkehr gebotene Sorgfalt in ungewöhnlichem Maß außer Acht lässt – also einen Fehler macht, den ein durchschnittlich sorgfältiger Mensch in dieser Situation nicht gemacht hätte und der auch nicht bloß auf einem kurzen Versehen beruht. Für die Versicherung ist dieser Unterschied wichtig, weil viele Bedingungswerke bei grober Fahrlässigkeit früher gekürzt oder abgelehnt haben. Zahlreiche moderne Polizzen schließen grobe Fahrlässigkeit heute jedoch bewusst mit ein, damit auch bei einem gröberen Missgeschick der volle Schutz erhalten bleibt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Frau Berger verlässt am Morgen ihre Wohnung in Wien-Simmering und stellt einen Topf mit Öl bei voller Hitze auf den eingeschalteten Herd, um noch rasch das Auto umzuparken. Aus zwei Minuten werden zwanzig, das Öl entzündet sich, in der Küche entsteht ein Brandschaden. Ein kurzes Vergessen wäre leichte Fahrlässigkeit – den Herd bewusst unbeaufsichtigt auf voller Stufe laufen zu lassen, während man das Haus verlässt, wird dagegen häufig als grobe Fahrlässigkeit eingestuft. Ob und in welchem Umfang die Haushaltsversicherung zahlt, hängt dann entscheidend davon ab, wie die grobe Fahrlässigkeit in der Polizze geregelt ist.

Warum das für Sie wichtig ist

Der Umgang mit grober Fahrlässigkeit ist einer der Punkte, an denen sich Versicherungsverträge deutlich unterscheiden. Ist sie ausdrücklich mitversichert, bleibt Ihr Schutz auch dann bestehen, wenn Ihnen ein gröberes Missgeschick passiert – und solche Fehler passieren im Alltag jedem einmal. Wir von der MPEV Versicherungsagentur GmbH in Wien achten bei der Vermittlung darauf, wie Ihre Polizze diesen Verschuldensgrad behandelt, und erklären Ihnen, worauf es beim Vergleich verschiedener Angebote ankommt.

Häufige Fragen

Zahlt die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit?

Das hängt von den Bedingungen Ihrer Polizze ab. Früher wurde die Leistung bei grober Fahrlässigkeit oft gekürzt oder verweigert, viele moderne Verträge schließen sie heute jedoch ausdrücklich mit ein. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen zeigt, ob und in welchem Umfang gedeckt ist.

Was ist der Unterschied zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit?

Leichte Fahrlässigkeit ist ein Fehler, der auch einem sorgfältigen Menschen einmal unterlaufen kann, etwa ein kurzes Versehen. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die gebotene Sorgfalt in ungewöhnlichem Maß außer Acht gelassen wird. Vom Vorsatz unterscheidet sich beides dadurch, dass der Schaden nicht bewusst herbeigeführt wird.

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